📜 Unsere GrundsĂ€tze

Als Basisgruppe sind unsere GrundsĂ€tze die Basis fĂŒr all unsere Entscheidungen. Wir sind unsere GrundsĂ€tze und unsere GrundsĂ€tze kommen von uns. Wir sind Basisdemokratisch, UnabhĂ€ngig, Antirassistisch, Emanzipatorisch, Queer-Feministisch, Solidarisch, Antiableistisch, Antifaschistisch, Antiheteronormativ und Antikapitalistisch. Klick auf jeden Link, der dich interessiert, um unseren Grundsatztext dazu zu lesen.


Basisdemokratisch

Basisdemokratie bedeutet fĂŒr uns Vertretungsarbeit, an der sich alle gleichermaßen beteiligen können.
Wir wollen nicht als Kleingruppe Entscheidungen treffen, sondern möglichst viele Studierende dazu motivieren unsere Arbeit mitzugestalten.
Zentral dafĂŒr ist unser wöchentlich stattfindendes Plenum, in dem alle Studierenden eingeladen sind sich zu beteiligen und ihre Anliegen anzubringen.
Wesentlich ist, dass sich unsere Entscheidungsfindungsprozesse breitest möglich und konsensual gestalten.
Im Gegensatz zu herkömmlichen demokratischen Strukturen, bei denen eine Minderheit zwangslĂ€ufig ĂŒberstimmt wird, versuchen wir nur BeschlĂŒsse zu treffen, mit denen alle einverstanden sind.

UnabhÀngig

Im Gegensatz zu vielen ÖH-Fraktionen, die Vorfeldorganisationen bestehender Parteien sind, haben wir keine Verbindungen zu solchen. Das bedeutet, dass wir frei von parteipolitischen Überlegungen agieren können und uns nicht nach Vorgaben einer ĂŒbergeordneten Hierarchie richten. Finanziert wird unsere Vertretungsarbeit nicht durch Parteien, sondern unabhĂ€ngig von jeglicher politischen Einflussnahme aus euren ÖH-BeitrĂ€gen.

Antirassistisch

Rassistische Strömungen ziehen sich nach wie vor durch die österreichische Gesellschaft. Das betrifft insbesondere auch das Leben an der Hochschule. In Gremien und Kommissionen treten wir inneruniversitĂ€r entschieden fĂŒr den Abbau rassistischer Strukturen ein. DarĂŒber hinaus bieten wir aber auch außeruniversitĂ€r antirassistischen Organisationen UnterstĂŒtzung und Raum. Gleichzeitig bedeutet fĂŒr uns Antirassismus, ein VerstĂ€ndnis fĂŒr die eigene Eingebundenheit in strukturelle Rassismen zu erlangen und kritisch damit umzugehen.

Emanzipatorisch

Die UniversitĂ€t war schon immer ein Ort, an dem junge Menschen ihre politische IdentitĂ€t finden und lernen, kritisch mit ihren und anderen Meinungen umzugehen. Emanzipation bedeutet fĂŒr uns in erster Linie die persönliche Befreiung von aufoktroyierten Denkmustern und das Einstehen fĂŒr die eigenen Interessen und Meinungen. Wir sehen es als wichtigen Teil unserer Arbeit, den Studierenden dafĂŒr RĂ€ume zum freien Meinungsaustausch zu bieten und die persönliche Teilhabe an politischen Prozessen zu fördern.

Queer-Feministisch

Wir alle haben im Verlauf unseres Lebens bereits in unterschiedlichem Ausmaß die Auswirkungen des Patriarchats zu spĂŒren bekommen.
Auch an der UniversitĂ€t gilt das heterosexuell cisgender-MĂ€nnliche weiterhin als Norm - eine Tatsache, gegen die wir mit gezielten Maßnahmen wie zum Beispiel Frauenförderung, geschlechtsneutraler sprache und Sichtbarkeit, sowohl der BeitrĂ€ge, die Frauen leisten, als auch der Diskriminuerungen, die sie erfahren, ankĂ€mpfen.
Im Queer-Feminismus werden exakt jene Machtstrukturen thematisiert, welche die Divergenz vom Heteronormativen oder binÀren GeschlechtsidentitÀten bestrafen.
Wir stehen also fĂŒr die Emanzipation der Frau, sowie fĂŒr die queerer Personen. Treten also fĂŒr Gleichheit und Selbstbestimmung aller geschlechtlichen und sexuellen IdentitĂ€ten ein - nicht nur derer, die in ein binĂ€res System passen.

Solidarisch

Der Rote Vektor möchte einen Raum bieten, in dem man miteinander SolidaritĂ€t erlernen und sich weiterentwickeln kann. FĂŒr uns geht SolidaritĂ€t auch ĂŒber die zwischenmenschliche Ebene hinaus, deswegen möchten wir Organisationen und Aktionen unterstĂŒtzen, deren Werte mit unseren GrundsĂ€tzen konform sind. In diesem Sinne versteht sich der Rote Vektor auch als Teil von politischen Bewegungen, wobei wir uns nicht an diese binden, sondern frei nach unseren Werten agieren. Diese SolidaritĂ€t nimmt verschiedene Formen an, hĂ€ufig durch finanzielle Hilfestellungen, die Teilnahme an Demonstrationen oder auch das Bereitstellen von RĂ€umlichkeiten fĂŒr etwaige Veranstaltungen.
Erst Anteilnahme lÀsst effektive SolidaritÀt zu!

Antiableistisch

Der Rote Vektor könnte nicht ohne das Mitwirken von Menschen mit Behinderungen und neurodiversen Personen bestehen. Ableismus ist die Diskriminierung dieser Personen, wobei sie oft nur auf jene Merkmale reduziert werden, welche sie von der gesellschaftlichen „Norm“ unterscheiden. Wir setzen uns entschieden gegen die existierenden Ausgrenzungen und RĂŒcksichtslosigkeiten sowie fĂŒr einen Abbau jeglicher Barrieren ein und stehen fĂŒr Gleichbehandlung und Chancengleichheit unabhĂ€ngig von NeurodiversitĂ€t und Behinderungen. An der Umsetzung dieser Punkte in unserer Gruppe wird laufend gearbeitet.

Antifaschistisch

WĂ€hrend der Faschismus als historisches PhĂ€nomen ĂŒber spezifische Vorbedingungen verfĂŒgte, die heute zum Teil nicht mehr gegeben sind, so heißt dies doch nicht den
Antifaschismus in die GeschichtsbĂŒcher zu verbannen, sondern ihn fĂŒr die heutigen Zeit zu aktualisieren.
Antifaschismus bedeutet fĂŒr uns also sowohl die WeiterfĂŒhrung der Erinnerung an das schreckliche Potenzial des historischen Faschismus als auch uns gegen politische Akteure zu stellen, die Ă€hnliche Ziele wie dieser verfolgen, dessen Verbrechen verharmlosen oder direkt in seiner Tradition stehen.

Antiheteronormativ

Als die US Air Force in den 1950ern ihre Cockpits neu gestaltet hat, haben sie versucht, die Anzahl der „normalen“ Piloten zu ermitteln. Als normal galt, wer in allen 10 berĂŒcksichtigten Maßen (KörpergrĂ¶ĂŸe, ÄrmellĂ€nge, etc.) weniger als 30 % vom Mittelwert abweicht. Unter den 4,063 Piloten war kein einziger „normal“. Das zeigt schon, dass ein NormalitĂ€tsbegriff fĂŒr Menschen unangebracht ist. Jeder Mensch weicht an irgendeiner Stelle von der wahrgenommenen Norm ab. Jede dieser Abweichungen wird in unserer Gesellschaft auf verschiedene Arten und Weisen sanktioniert. WĂ€hrend viele dieser Sanktionen unbemerkt bleiben könnten, wird insbesondere Menschen, die in ihrer SexualitĂ€t, ihrem Geschlecht oder ihrem Auftreten und Verhalten stark von der vermeintlichen NormalitĂ€t abweichen, das Leben erheblich erschwert. Wir bemĂŒhen uns darum, aus diesem normativen Denken, das in unserer Gesellschaft vorherrscht, auszubrechen, und versuchen, die ge- und erlebten Sanktionen so gut es geht zu reduzieren. Ganz besonders gilt das fĂŒr die HeteronormativitĂ€t und die damit verbundenen (Geschlechter-)Rollen, mit denen zahlreiche Menschen zu kĂ€mpfen haben. Außerdem versuchen wir, Menschen wie die Menschen zu behandeln, die sie sind, und unser Verhalten nicht von gesellschaftlichen Normvorstellungen beeinflussen zu lassen.

Antikapitalistisch

Der Kapitalismus als Organisationsform ist fundamental undemokratisch. Die Akkumulation des Mehrwertes erlaubt es der kapitalistischen Klasse, die Investitionsentscheidungen in unserer Ökonomie zu kontrollieren. Ob Kohlekraftwerk oder Windrad, ob Hochgeschwindigkeitszug oder Privatjet, ob Panzer oder Krankenhaus, diese Investitionsentscheidungen bestimmen unser aller Leben und entscheiden ĂŒber die Richtung, in die sich unsere Gesellschaft entwickelt. DarĂŒber entscheidet aber nicht die Mehrheit, nicht der Konsens, sondern das Kapital. Antikapitalismus heißt fĂŒr uns nun die Forderung nach der Demokratisierung dieser Entscheidungsprozesse. Mit unseren basisdemokratischen Organisationsprinzipien wollen wir dieser Forderung Leben einhauchen.
Die kapitalistischen ProduktionsverhĂ€ltnisse und gesellschaftliche Normen und Strukturen im sozialen Leben formen und stabilisieren einander in einem stĂ€ndigen Wechselspiel. FĂŒr uns sind daher Queer-feminismus, Antirassismus und AntiheteronormativitĂ€t zwingend erforderlich, um die kapitalistischen Produktionsweisen nachhaltig zu ĂŒberwinden.
Als kleiner Beitrag zu diesen Bestrebungen, organisieren wir unter anderem unsere Feste und unseren GetrÀnkeverkauf auf nicht-profit-orientierte Art und Weise.